Über das Projekt

Das Gersthofer Platzl ist einer der belebtesten Verkehrsknoten in Währing. Der Platz ist stark dominiert vom Individualverkehr. Über ein Jahr arbeiteten zahlreiche BürgerInnen mit Hilfe der Lokalen Agenda Währing daran das Gersthofer Platzl zu attraktiveren. Auch rückte die Verkehrsorganisation der Gersthofer Straße mit ihren fünf Spuren und schmalen Gehwegen in den Fokus der Gruppenarbeit. Nach etlichen Abstimmungsrunden mit Fachdienststellen aus Magistrat, Wiener Linien und Bezirksvertretung, entstand ein Planungskompromiss, der bei Informationsveranstaltungen im Gesamtzusammenhang vermittelt werden sollte. Mit Hilfe eines Urban Sketch, einer Handskizze, die eine lebendige Abbildung der zukünftigen Planungen ist, gelang es die Vision des Gersthofer Platzls und Strasse mit den BürgerInnen intensiv zu diskutieren und weiter planen zu können.

Herausforderung

Bei vielen Projekten mit Bürgerbeteiligung ist es eine besondere Herausforderung, die Pläne aus Fachabteilungen den Beteiligten zu vermitteln. Unzählige Striche zeigen den heutigen Zustand, darüberliegende verschiedenfärbige Markierungen weisen auf neue Planungen hin und zusätzliche Informationen zu Abmessungen, unterirdische Einbauten und andere technische Hinweise sind verzeichnet. Oft vermittelt ein solcher Plan nur fachkundigen Personen, was mit dem konkreten Projekt erreicht werden soll. Unser Projekt sollte BürgerInnen im gesamten Straßenverlauf ein einfaches Zurechtfinden ermöglichen.

Lösungsansatz

Mit dem Urban Sketch, der lebendigen Stadtskizze, haben wir für den 330 Meter lange Straßenabschnitt (Gersthofer Strasse inkl. Endstück der Gentzgasse) eine Visualisierung der zukünftigen Situation vor Ort gefunden, die Einblick in die gesamte Verkehrsorganisation gibt und Neuerungen sofort vermittelt. Ein Grundprinzip vom Urban Sketching ist die lebensnahe Darstellung. Ob das der Bagger auf der aktuellen Baustelle, ein Taxi am Standplatz, die Abbildung eines Geschäftsportals oder eines markanten Brückenpfeilers ist. Durch die lebensnahe Visualisierung, fällt es Laien besonders einfach, sich sofort zu orientieren und oftmals technisch komplexe Änderungen auf einen Blick nachvollziehen zu können.


Rendering versus Urban Sketch

Was unterscheidet die heute oftmals eingesetzte Visualisierungsmethode Rendering von einem Urban Sketch? Unserer Grafikerin Claudia Marschall erklärt es so: Die Computergrafik ist eine fotorealistische Abbildung, die von einer Kameraposition aus aufgenommen und ausgearbeitet wird. In der Vermittlung eines fertigen Umsetzungsbildes, ist sie sehr geschätzt. Dort jedoch, wo eine Aufnahmeposition zur Vermittlung der Zusammenhänge nicht ausreicht, hat die lebendige Stadtskizze, durch ihre „händische Anfertigung“ den Vorteil, Pläne in beliebigem Verlauf gesamthaft darstellen zu können. Auch können Details wie die Verkehrsorganisation einfach mit aufgenommen werden.

So unterstützte die lebendige Stadtskizze zur Umgestaltung des Gersthofer Platzls am 20.11.2018 bei der intuitiven Vermittlung der Planungsideen an 120 Teilnehmende und ermöglicht es, die BürgerInnen in die komplexen Planungen gut einzubinden.

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